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Stillen von Frühchen


 
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Glockenblume
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Anmeldungsdatum: 13.07.2007
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BeitragVerfasst am: 18.07.2007, 18:43    Titel: Stillen von Frühchen Antworten mit Zitat

Frühchen haben einen schwierigeren Start ins Leben als am Termin geborene Babys und brauchen ganz besonders viel Unterstützung. Gerade für sie gilt: Muttermilch ist die beste Nahrung für diese sensible Phase. Es hängt unter anderem von seiner Entwicklung und seinem Allgemeinzustand ab, auf welchem Weg ein Frühgeborenes die Muttermilch erhält: ob beim aktiven Stillen, also direkt aus Mamas Brust, über eine Magensonde oder mit Hilfe einer alternativen Füttermethode wie beispielsweise dem Fingerfeeder oder einem Brusternährungsset. Besprechen Sie so bald wie möglich nach der Geburt mit den behandelnden Ärzten und mit einer Hebamme oder einer Still- und Laktationsberaterin IBCLC (International Board Certified Lactation Consultant), was für Ihre Situation und Ihr Baby am besten ist, und lassen sie sich bei der Umsetzung helfen.
Mit Muttermilch wachsen und gedeihen

Jeder Tropfen Muttermilch ist für ein früh geborenes Baby wertvoll. Denn auch in dieser außergewöhnlichen Situation passt sie sich in ihrer Zusammensetzung den Bedürfnissen des Babys an und bietet genau die Nährstoffe, die das Baby jetzt so dringend braucht. Für Frühgeborene enthält die Muttermilch beispielsweise mehr Antikörper, Fettsäuren und Eiweiß. Die Frühchen haben so einen besonderen Schutz vor Atemwegs-, Harnwegs- und Magen-Darm-Infektionen. Besonders letztere sind für die Kleinen gefährlich. Die Gabe von Muttermilch senkt jedoch das Erkrankungsrisiko erheblich. Enthaltene Fette, essentielle Aminosäuren und Kohlenhydrate fördern die Reifeprozesse des gesamten Organismus und sind in dieser Kombination in keiner Ersatznahrung vorhanden. Außerdem ist Muttermilch am verträglichsten für den noch unreifen Magen-Darm-Trakt.

Babys, die gestillt werden, haben einen stabileren Allgemeinzustand. Selbst wenn ein Frühchen über eine Magensonde ernährt werden muss, kann und sollte es Muttermilch bekommen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben sogar gezeigt, dass Babys die Sondenernährung mit Muttermilch besser vertragen als mit Ersatznahrung.

Frühchen mit Muttermilch füttern

Ein sehr kleines Frühchen wird zu Beginn über eine Magensonde ernährt. Für die Mutter bedeutet dies, dass sie nach der Geburt ihre Milchproduktion nicht dadurch fördern kann, dass sie ihr Baby direkt anlegt. Stattdessen verwendet sie dafür eine elektrische Intervallmilchpumpe. Sowohl körperlich als auch psychisch ist dies keine einfache Situation – unterscheidet sie sich doch sehr von der oft schon mit Freude ausgemalten Stillzeit nach der Geburt. Hier spenden Hebammen und Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC (International Board Certified Lactation Consultant) nicht nur praktische, sondern auch wertvolle emotionale Hilfe. Und die Mühe lohnt sich: Häufig erleben Mutter und Baby nach anfänglichen Schwierigkeiten doch noch eine schöne und intensive Stillzeit!

Der Aufbau der Stillbeziehung beginnt mit einer wichtigen Körpererfahrung für das Frühgeborene – dem so genannten Känguruing. Bei dieser besonderen Pflege darf das Baby sobald es stabil ist, aus dem Inkubator herausgenommen werden, um nur mit einer Windel bekleidet auf dem nackten Oberkörper der Mutter/des Vaters zu liegen. Dadurch lernt das Baby Mamas Brust beim Kuscheln kennen. Auch wenn es die Muttermilch noch über eine Magensonde bekommt, ist die Nähe zu Mamas Brustwarze oder das Lecken oder Nuckeln an der Brust während des Fütterns ein erster Schritt Richtung Stillen. Frühestens ab der 28. Woche nach der Empfängnis kann ein Baby einzelne Tropfen Muttermilch von der Brust ablecken. Nach und nach wird es die ersten Saugversuche machen, gezielt nach Mamas Brust suchen und schließlich die Brust halten, saugen und die Muttermilch schlucken. Der Weg zum selbstständigen Trinken und ausschließlichen Stillen ist bei jedem Frühchen anders und erfordert viel Geduld. Aber es lohnt sich – für Baby und Mama.

Buchtipp

Brigitte Benkert: Das besondere Stillbuch für frühgeborene und kranke Babys.
Ein Ratgeber, der detailliert auf die besondere Problematik von frühgeborenen und kranken Babys eingeht.

Quelle www.babyclub.de
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